Consumerization: Die seismische Verschiebung der Innovation

consumerization of IT: Verbraucher bestimmen Innovationen

Foto: @istockphoto.com/skynesher

Wenn wir heute an „Consumerization“ denken (sinngemäß etwa „Annäherung an den Verbraucher“, Wikipedia),  dann denken wir in erster Linie an Smartphones und Tablets – und den damit verbundenen Risiken für die Unternehmens-IT. Mitarbeiter sind es längst gewohnt, ihre privaten Geräte in den Arbeitsalltag einzubinden. Kunden und Partner wünschen sich den einfachen Zugriff auf Informationen und Geschäftsprozesse über Apps & Co. Doch bei genauer Betrachtung steckt mehr dahinter.

Innovation wird durch Verbraucher getrieben

Noch vor 10 Jahren waren Unternehmen die Treiber für technische Innovation. Großrechner, Laptops, leistungsfähige CPUs: neue Technologien zogen immer zuerst am Arbeitsplatz ein, um danach auch in privaten Haushalten genutzt zu werden. Wer die besten Geräte sehen wollte, der ging damals in den Sicherheits-Trakt eines Dax-Unternehmens und nicht in den Elektronikmarkt an der Ecke.

Heute wird die Tabellenkalkulation von der gleichen CPU erledigt, die in der heimischen Spiele-Konsole verbaut wurde. Die Spracherkennungssoftware der neuesten Smartphones ist im Wesentlichen ebenso leistungsstark wie jene auf der Banking-Hotline. Informationstechnologie und Konnektivität ist längst zu einem Verbraucher-Thema geworden. Die Mitarbeiter sind ganz selbstverständlich mit den neuesten Geräten ausgestattet. Was bedeutet das für die Unternehmens-IT?

Personalisierte Inhalte

Die Zeiten spezieller Supercomputer und Anwendungen ist vorbei. Über persönliche Geräte laden und lesen Mitarbeiter Unternehmensinformationen, posten Inhalte in interne und externe Netzwerke. Das CRM kommt immer häufiger aus dem Netz. Vielleicht werden wir in einigen Jahren darüber schmunzeln, dass wir heute noch PC und Telefon auf den Arbeitsplätzen bereitstellen. Stattdessen werden Mitarbeiter Ihre Arbeitsgeräte so selbstverständlich wie Krawatte und Schuhe von zuhause mitbringen. Kostspielige Devices und Anwendungen werden in den Hintergrund treten.

Denn die wahren Herausforderungen liegen künftig nicht in der Kommunikation an sich, sondern im Verstehen der Inhalte. Eine Flut von unstrukturierten Daten geht auf die Unternehmen ein. Bis 2020 wird sich das Datenvolumen wenigstens um den Faktor 8 multipliziert haben. Statt angesichts der Fülle an Endgeräten zu verzweifeln und sich gegen die „Consumerization“ zu stemmen – ein hoffnungsloses wie falsches Unterfangen – sollten wir nach Mitteln und Wegen suchen, diese Devices mit unseren Informationen zu verbinden.

Kunden, Partner und Mitarbeiter müssen Teil der Unternehmensprozesse werden. Dazu wird es notwendig sein, sich in den kommenden Jahren von den klassischen Legacy-Strukturen zu verabschieden und auf hybride Cloud-Lösungen zu setzen. Das macht den Weg frei für eine verbraucherfreundliche Nutzung und personalisierte Inhalte. Angesichts der Fülle von Informationen muss ein Umdenken stattfinden. Nicht der Mensch sollte nach Informationen suchen. Die Information sollte den Menschen finden.

Ein Grund mehr, warum lernfähige Software alternativlos ist. Erst wenn der Umgang von Menschen mit Informationsinhalten technisiert worden ist, können leistungsfähige, mobile Kommunikationsgeräte die Verbindung von Inhalt und Prozess schaffen. Damit IT den Menschen und sein Bedürfnis adaptieren und verstehen kann.

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4 Gedanken zu „Consumerization: Die seismische Verschiebung der Innovation

  1. christianbartels sagt:

    Danke für den Artikel, jedoch halte ich die Sicherheits- und Datenschutzbedenken in Deutschland, insbesondere für personenbezogne Daten in der (hybrid) Cloud, für zu ausgeprägt als dass „in den kommenden Jahren“ der beschriebene Wandel vollzogen werden kann.
    Ansonsten teile ich die geschilderten Auffassungen.

    • Andreas Klug (@AndreasKlug) sagt:

      Ja, das wird sicher noch länger dauern. Interessant erwarte ich die Entwicklung für Deutschland als „attraktiver Standort für die Speicherung von personenbezogenen Daten“. Ob Deutschland für Daten eines Tages das wird, was die Schweiz heute für die Banken ist? Vernetzte Gesellschaft. Spannende Entwicklung.

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