Service digital – von Anfang an

Foto: (c) iStockphoto/PeskyMonkey

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Der digitale Wandel hat längst das Kommunikationsverhalten der Konsumenten grundlegend verändert. Musik, Fotos und Nachrichten werden über soziale Netzwerke wie Facebook oder Apps wie WhatsApp geteilt. Kleidung und Entertainment wird online bestellt. Aber immer noch finden Bundesbürger im Schnitt 238 Briefe in ihrem Briefkasten vor.

Smartphones & Tablets sorgen dafür, dass wir Verbraucher beruflich wie privat immer online sein können. Mit vernetzten Services könnten wir unsere alltäglichen Angelegenheiten spielend einfach selbst erledigen – wann und wo wir wollen. In der Realität bieten Unternehmen uns aber häufig nur starre Servicekonzepte, die sich seit 20 Jahren nicht verändert haben. Jedes Jahr überschwemmen sie die Bürger mit rd. 10 Mrd. Blatt Papier. Das sind rd. 240 Blatt je Haushalt: Bestätigungen, Bescheinigungen, Rechnungen und Belege. Sie verkörpern in Zeiten des Digitalen Wandels ein aus der Vergangenheit bekanntes analoges Modell der Kommunikation.

Wir Verbraucher sammeln das Papier und zwingen uns dazu, es zu sortieren und abzuheften. Keiner macht den „Papierkram“ gerne. Aber wir nehmen es hin in unserem Alltag – wie Einkaufen, Parkplatz suchen oder bei Ämtern anstehen. Marius Gerwinn und sein Team vom Start Up fileee aus Münster wollen das ändern. Mit dem gleichnamigen Dienst fileee hat Gerwinn eine einfache Lösung – basierend auf einer intelligenten Scan-App – geschaffen, die den Umgang der Verbraucher mit dem täglichen Papierchaos verändern soll.

fileee ermöglicht das virtuelle Abheften und Austauschen von digitalen (z.B. aus Dropbox und Google Drive) und papierhaften Unterlagen. Mit der App und dem Smartphone werden Briefe und Belege daheim fotografiert. Per smartem Algorithmus wird die Post inhaltlich erfasst und nach Themen und Absendern sortiert abgelegt. Zusätzlich bietet fileee Funktionen wie die Vergabe von Schlüsselwörtern (Tags), und die Terminierung von Zahlungsfristen in Rechnungen. Elektronische Unterschrift und Bezahl-Funktion sollen in 2015 folgen, damit der Schritt zum „papierlosen Alltag“ bald möglich wird. Konsumenten profitieren von Vereinfachung, Automatisierung, Zeitersparnis. Sie finden jederzeit und überall die relevante Information – und in Zukunft werden sie sich auch situativ mit Unternehmen austauschen bzw. aus Dokumenten heraus mit Unternehmen per „Klick“ in Kontakt treten.

Doch wie offen und umstellungswillig sind die Deutschen? Umfragen des IT-Verbandes Bitkom zu folge ist nur jeder siebte Deutsche bereit, von der Papierablage auf die Digitalablage zu wechseln. Allerdings bröckelt die Front der analogen Bundesbürger zunehmend. Das Fotografieren und Mitführen von Angeboten, Belegen und Urkunden ist mittlerweile üblich.

Die Idee für fileee entstand im Sommer 2010 in einem Seminar der Westfälischen-Wilhelms-Universität in Münster (WWU). fileee wurde Mitte 2011 gegründet. Das Team gewann den ERCIS Ideenwettbewerb , den 2BAhead Award und das EXIST Gründer-Stipendium.

 

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Andreas Klug

Andreas Klug

… ist seit 2004 im Vorstand der ITyX AG für die Bereiche Marketing und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Lösungen im Umfeld von Call Centern und Back Office Organisationen stehen seit mehr als 15 Jahren in seinem beruflichen Mittelpunkt.Seine besondere Leidenschaft gilt der Integration neuer Dialogkanäle (E-Mail, Social Media) und Internet Self Services. „Durch die ständige Verfügbarkeit des Internets befindet sich unsere Service-Ökonomie in einem tiefgreifenden Wandel. Mitdenkende Software ist der Schlüssel zur Beschleunigung von schriftbasierten Geschäftsprozessen."

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