Die dritte Not

NotWenn mich etwas an den sozialen Medien nervt, dann Angeberei. Neurowissenschaftler behaupten, über sich selbst zu reden führt im Gehirn zu ähnlichen Effekten, wie Nahrungsaufnahme oder Sex. Wenn das stimmt, dann macht viel von dem Unsinn in sozialen Medien wieder Sinn.

Neurowissenschaftlich gesehen sind also die drei großen möglichen Quellen menschlichen Leidens: nichts zu Essen, keinen Sex und ‘keiner hört mir zu’. Vielleicht sollten wir die beiden letzten Nöte genauso ernst nehmen, wie die erste.

Zumindest der dritten Not unserer Kunden könnten wir uns als Unternehmen gerne annehmen. Wir sind geradezu prädestiniert dafür, denn was führt bei uns zu einem ähnlich großen Lustgewinn wie erfolgreiche Angeberei beim Kunden? Wenn der Kunde mit unseren Produkten angibt.

Warum bieten wir unserem Kunden nicht eine Plattform, auf der er angeben kann? Er wird es tun, denn er findet hier Gegenüber, die aufmerksam zuhören.  Wir können unserem Kunden eine Bühne bieten, und es hängt nur von der Qualität des Publikums ab, ob er sie betritt. Das Publikum aber das sind wir selbst, unser Unternehmen, aber auch alle anderen Kunden, die sich dadurch vielleicht inspirieren lassen.

Wäre das nicht geradezu eine gute Tat? Die Dritte Not in eine Quelle der Inspiration umzuwandeln, das ist eine soziale Leistung, mit der Unternehmen zum Wohle der Gesellschaft beitragen können. Vielleicht würde es dann auch wieder Spass machen, mal ins Facebook zu schauen.

Hans Jürgen Schmolke – Metrinomics GmbH
www.metrinomis.de

 

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Hans Jürgen Schmolke

.. ist GF der Metrinomics GmbH, Berlin und seit mehr als 20 Jahren operativ im Management von Customer Experience Programmen tätig. Habe Projekte über Jahre heranreifen sehen und denke, man muss nicht alle Fehler immer wieder neu machen.

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