Lerntechnik für Strategen

Lerntechnik für StrategenMitarbeiter lernen am Arbeitsplatz so, wie sie sonst auch lernen. Sie übertragen ihre Erfahrungen aus dem Alltag und ähnliche erwarten berufliche Lernangebote und -technologien, wie sie außerhalb der Arbeitswelt schon lange üblich und etabliert sind.

Lernende Mitarbeiter sind neugierige Kunden und interessierte oder engagierte Bürger, die sich für verschiedene Dinge interessieren, mal mehr und mal weniger wissen, die immer und überall dazulernen und die Aufgaben dann lösen, wenn sie auftreten[1].

Die Angebote und Konzepte im beruflichen Lernumfeld sind dagegen immer noch völlig anders. Im betrieblichen Lernen muß man sich endlich mit dem Gedanken anfreunden, daß sich Lernen im Alltag geändert hat und daß Abläufe und Verhalten im Alltagsleben schon länger anders aussehen. Eine Ursache dafür liegt in der inzwischen allgegenwärtigen Online-Welt mit ihren Möglichkeiten.

Es hat sich aber noch mehr getan. Technische und vor allem soziale Entwicklungen machen aus einer Welt der Massenproduktion seit dem Ende der 70er Jahre einen Kosmos der Singularitäten.

Zwei Themen rücken darum in den Mittelpunkt. Das eine große Thema sind die sozialen Herausforderungen, mit denen wir umgehen müssen. Wenig überraschend: wir haben uns hier mit Entwicklungen zu beschäftigen, die weit vor der „Digitalisierung“ begonnen haben.

Die Konsequenz ist ein überfälliger Paradigmenwechsel hin zum Performance Support im beruflichen Lernen. Lernen kann nicht von Arbeit getrennt werden und sie Strategie des Performance Support hebt diese Trennung auf.

Wie kann man diese Strategie technisch umsetzen? Das ist das zweite große Thema.

Technik ohne Strategie führt zu keinen Resultaten. Das bedeutet zweierlei: (1) Bietet die Technik eine Funktion, der keine Strategie zugeordnet werden kann, so ist diese Funktion und die damit das evaluierte Technik womöglich überflüssig. (2) Wenn man eine Funktion zur Erreichung einer Strategie nicht nutzen kann, dann sollte man diese Technologie ebenfalls besser ignorieren und andere Lösungen ansehen.

Eine der wichtigsten Anforderungen an eine Lerntechnologie ergibt sich aus unserer Prämisse: berufliches Lernen unterscheidet sich nicht vom „sonstigen“ Lernen. Technik muß Lernen immer so unterstützen, wie Lernen jeweils gerade stattfindet – als Kombination aus formalem, sozialem und informellem Lernen zusammen mit Möglichkeiten zur praktischen Anwendung.

Die Ausprägung dieser Kombination bestimmt der Lernende.

Wer nur etwas von Musik versteht…

Lerntechnologie für digitales Lernen im Umfeld von Performance Support muß mehr bieten als ein LMS-System. Diese Systeme sind zwar verbreitet, aber im Umfeld von formalem Lernen entstanden und damit sehr stark eingeschränkt.

Damit entfernt man sich von traditionellen Systemen, die oft als Standardsoftware angeboten werden, was mit weiteren Herausforderungen verbunden ist. Gehen wir einen Schritt weiter und betrachten Lerntechnologien als ein Ökosystem, das digitales Lernen umfassend unterstützt dafür die jeweils bestmöglichen Technologien einbindet.

Durch den Blick auf ein Ökosystem beschränken wir uns nicht auf eine isolierte Stand-Alone-Technik, sondern wir bewegen uns in eine offene Richtung. Ein klassisches LMS wird hier – wenn man es denn benötigt – zu einem Baustein. Die modulare und immer zu ergänzende Technologie deckt eine immer breitere Spanne ab und wächst damit sozusagen immer mit.

Lernportale setzen Strategien um

Portale als Teil eines Ökosystems regeln die Beziehung zwischen Lernenden und Lerninhalten. Die Funktionen eines Portals können wichtigen strategischen Anforderungen zugeordnet werden. Die folgende Grafik wichtige Themen:

Ein Lernportal unterstützt eine Aus- und Weiterbildung, die die Unternehmensstrategie mit den Interessen, Wünschen und Motivationen der Mitarbeiter verbindet. Um dieses Ziel zu erreichen, sind zahlreiche Funktionen und Komponenten erforderlich, die sich zu Themenbereichen gruppieren lassen.

Je nach Strategie sind die Abläufe und Schwerpunkte in jedem Unternehmen verschieden. Unsere Darstellung hat den Vorteil, daß man immer das Gesamtbild vor Augen hat und somit den vollständigen Nutzen eines Lernportals.

Im Periodensystem des Lernportals laufen alle Elemente zusammen, die für digitales Lernen relevant sind. Die Elemente sollten im Rahmen einer auf das Unternehmen passenden Strategie orchestriert und umgesetzt werden.

Alle Komponenten machen im Zusammenspiel immer wieder deutlich, daß Lernen nicht automatisch abläuft. Lernen ist eine komplexe Managementaufgabe.

[1]Die Zahlen der Grafik finden Sie  hierund hier

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Frank Otto

Frank Otto

…baute zahlreiche Vertriebs- und Customer Service-Abteilungen auf. Er begleitet den Aufbau von neuen Märkten, den Ausbau von Absatzwegen und -medien und er steuert in verantwortlicher Position Phasen des Strategiewechsels. Er kennt und beherrscht die entsprechenden Technologien. Die umfangreichen Erfahrungen und Kenntnisse der entscheidenden „weichen“ Themen stehen im Mittelpunkt seiner Projekte mit Schwerpunkt in der Qualifizierung zur Steuerung von Kundenerfahrungen.
Veröffentlicht in: News

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