5 Tipps: So schöpft man das volle Potenzial von Mitarbeiterbefragungen aus

Zufriedene, gesunde und motivierte Mitarbeiter sind das Herzstück jedes erfolgreichen Unternehmens. Daher sind Mitarbeiterbefragungen in vielen Unternehmen eine unverzichtbare Quelle von Informationen über die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Liane Koschke gibt fünf Tipps, wie man Mitarbeiterbefragungen optimieren und auf Veränderungen der heutigen Berufswelt sowie hinsichtlich technischer Möglichkeiten in der Befragungswelt anpassen kann.

Unternehmen wissen, dass zufriedene, gesunde und motivierte Mitarbeiter einen enormen Einfluss auf den Erfolg des Unternehmens haben. Wer zufrieden ist und gerne zur Arbeit kommt, ist seltener krank, zeigt eine hohe Leistungsbereitschaft und setzt sich für die Produkte und Leistungen des Unternehmens ein.

Daher nutzen viele Unternehmen das Instrument ‚Mitarbeiterbefragung‘, um Informationen über die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu erhalten. Mitarbeiter werden in regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen zu verschiedenen Aspekten ihrer Arbeitszufriedenheit befragt. Doch gerade vor dem Hintergrund einer sich verändernden Berufswelt mit anderen Anforderungen, anderen Bedürfnissen und neuen technischen Möglichkeiten, beleuchten wir, inwieweit auch Mitarbeiterbefragungen verändert und optimiert werden können.

  1. Soziale Erwünschtheit reduzieren und emotionale Treiber identifizieren

Studienergebnisse werden immer wieder mit Skepsis betrachtet. Ein Kritikpunkt ist die soziale Erwünschtheit. Es wird vermutet, dass Mitarbeiter negative Konsequenzen für sich oder ihre Kollegen fürchten und die Befragungen demnach nicht wahrheitsgemäß ausfüllen. Zudem sind manche Einstellungen und Motive eher unbewusst: „Ist zum Beispiel die vom Unternehmen gewünschte und kommunizierte Unternehmenskultur wirklich die, die ich als Mitarbeiter wahrnehme?“.

Ein neuer methodischer Ansatz – implizite Befragungen – nutzen das Wissen, dass es 2 Systeme gibt. Zum einen gibt es das schnelle, instinktive und emotionale System 1 und zum anderen das langsamere, Dinge durchdenkende und logischere System 2.  Implizite Befragungen beziehen das System 1 ein. Über die Reaktionszeit wird gemessen, welche emotionalen Treiber es bei den Mitarbeitern gibt und wie die Unternehmenswirklichkeit aus Mitarbeitersicht wirklich aussieht. Durch ein spontanes, schnelles Antwortverhalten werden sozial erwünschte Antworten reduziert.

  1. Aspekte herausarbeiten, die den Mitarbeitern persönlich wichtig sind

In Mitarbeiterbefragungen wird häufig „nur“ die Zufriedenheit mit den arbeits- und unternehmensrelevanten Aspekten abgefragt. Zusätzlich sollte jedoch auch die persönliche Relevanz ein wichtiger Bestandteil von Mitarbeiterbefragungen sein. Wenn ein Unternehmen zum Beispiel sehr familienfreundlich ist, muss das nicht für jeden Mitarbeiter relevant sein und würde trotz guter Bewertung des Arbeitgebers keinen Motivations- bzw. Zufriedenheitsfaktor für den Mitarbeiter darstellen.

Wir empfehlen daher, zum Beispiel im Rahmen eines Maximum-Difference-Scalings (MaxDiff), die arbeits- und unternehmensrelevanten Aspekte von den Mitarbeitern priorisieren zu lassen. Auf diese Weise findet man heraus, welche Kriterien für die Mitarbeiter persönlich relevant sind und daher einen größeren Beitrag zur persönlichen Zufriedenheit und Leistungsbereitschaft leisten.

  1. Schnellere Ergebnisse in Echtzeit

Nach der Befragung und Auswertung erhält man die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung. Von wegen. Innovative und moderne Umfragetools ermöglichen einen unmittelbaren Blick auf die Ergebnisse in Echtzeit! Durch interaktive Dashboards können die Ergebnisse nach kurzer Zeit live mitverfolgt werden. Ein Stimmungsbild im Unternehmen kann schnell und unkompliziert ermittelt und mit Vorgesetzten oder Kollegen geteilt werden. Maßnahmen können und sollten viel schneller erarbeitet und umgesetzt werden.

  1. Ergebnisse richtig einordnen und vergleichen

Ergebnisse sollten bestenfalls auf verschiedenen Ebenen betrachtet werden. Es können verschiedene Standorte, Abteilungen, Hierarchieebenen oder Bereiche verglichen werden beziehungsweise im Vergleich zum Gesamtergebnis gesetzt werden. Somit können relative Stärken und Schwächen innerhalb des Unternehmens ermittelt werden.

Außerdem sollte man regelmäßig und kontinuierlich ein Stimmungsbild ermitteln. Über den Zeitverlauf sind regelmäßige Befragungen nötig, um zum Beispiel auf Probleme durch strukturelle oder personelle Veränderungen zu reagieren. Vereinbarte Maßnahmen können durch eine wiederholte Befragung hinsichtlich der Wirkung überwacht werden.

Für die externe Vergleichbarkeit mit anderen Unternehmen, zum Beispiel der gleichen Branche oder Region, sollten Benchmarks anderer Unternehmen herangezogen werden. Dafür bietet es sich an, auf Benchmark-Datenbanken zurückzugreifen, die standardisiert in jedem Unternehmen die gleichen Fragen stellen. Nur so können die Ergebnisse der eigenen Mitarbeiterbefragung richtig eingeordnet werden.

  1. Professionell Maßnahmen ableiten und umsetzen

Ganz wichtig ist auch der letzte Punkt. Nur wer mit den Ergebnissen arbeitet und aus den Ergebnissen lernt, kann das volle Potenzial einer Mitarbeiterbefragung ausschöpfen. Dafür sind die Schritte Problembehandlungsowie Maßnahmenplanungunabdingbar. Dies kann im Rahmen von Workshops und Gruppendiskussionen geschehen, die optimalerweise von einem Experten im Bereich Personal begleitet werden. Die durch Mitarbeiterbefragungen geweckten Erwartungen können ohne eine gute Kommunikation sowie Maßnahmenumsetzung schnell enttäuscht werden. Worunter die Akzeptanz und letztlich der Erfolg einer Mitarbeiterbefragung leidet.

Deshalb: Moderne Lösungsansätze schöpfen das volle Potenzial von Mitarbeiterbefragungen aus. Emotionale Treiber werden aufgedeckt, es wird klarer, wie die Unternehmenswirklichkeit aus Mitarbeitersicht wirklich aussieht und Ergebnisse können schneller, nachhaltiger und zielgerichteter zu einer höheren Zufriedenheit und somit Leistung der Mitarbeiter führen.

Liane Koschke – Savvy Research

Veröffentlicht in: News

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