Krise ist keine Katastrophe: 4 Tipps, die Ihnen jetzt helfen

Die Coronakrise hat uns alle getroffen. Doch haben Krisen im beruflichen und privaten Leben immer auch ihr Gutes, denn sie zwingen uns, unser Leben zu ändern, uns neuen Situation zu stellen und das Beste daraus zu machen. Wir Deutschen sind nicht dafür bekannt, gerne etwas Neues auszuprobieren. Nach meiner Erfahrung können die folgenden vier Tipps Ihnen jetzt jedoch helfen, um die Krise zu meistern und erfolgreicher als zuvor daraus hervorzugehen.

“Eine Krise kann ein produktiver Zustand sein. Man muss ihm nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.” Max Frisch

1.Alte Gewohnheiten in Frage stellen

Max Frisch hat es sehr genau auf den Punkt gebracht. Eine Krise ist keine Katastrophe, wenn wir flexibel bleiben und uns anpassen. Eine Krise zwingt uns, bestehende Gewohnheiten zu überdenken und, wo notwendig, zu ändern. Wir sind im “alten Normal” jeden Morgen ins Auto oder den Zug gestiegen, um ins Büro zu fahren. Von einem auf den anderen Tag war dies nicht mehr möglich. Für manche eine Katastrophe, weil sie ihr Team und ihre Kollegen nicht mehr sehen, nicht mehr wissen, wann wer was macht. Kontrollverlust war und ist für manche Menschen eine Katastrophe. Für andere war dieses Sítuation einfach eine neue Möglichkeit, alleine durch die eingesparte Fahrzeit, mehr Freizeit zu haben. Denn, es stellte sich schlagartig heraus, dass die meisten Jobs auch von zu Hause zu erledigen sind.

Es ist immer die Art und Weise, wie wir mit einer Situation umgehen, die darüber entscheidet, ob wir gestärkt oder geschwächt aus ihr herausgehen. Veränderung als etwas Positives wahrzunehmen, ist dabei enorm wichtig.

Nutzen Sie die Chance, um neue Tools einzuführen, das Home-Office als Bestandteil des gesamten Arbeitsablaufs fest zu integrieren und so einen Beitrag für eine bessere Lebensqualität Ihrer Mitarbeiter und zum Umweltschutz zu leisten. Und sollte Ihre Abteilung digital noch nicht soweit sein, dann ist genau jetzt die Zeit, die nächsten Schritte zu gehen.

2.Resilienz reicht nicht, wir müssen uns anpassen

Resilienz bezeichnet die Fähigkeit von Menschen und Gesellschaften, Störungen und Ereignisse zu verkraften,  ohne dass sich ihre wesentlichen Systemfunktionen ändern. Natürlich brauchen wir Resilienz, um mit der aktuellen Situation umzugehen. Gleichsam sollten wir uns die Frage stellen, ob wir nicht unser System im Wesentlichen hinterfragen müssen. Wie wollen wir in unserer Demokratie, unserer Gesellschaft, unserem Alltag leben?

Übertragen wir das auf ein Unternehmen und unseren Arbeitsalltag, so war schnell klar, dass jeder Einzelne sehr schnell lernen musste mit der Störung “COVID 19” umzugehen. Das Virus kündigte sich nicht schleichend an, es war da und bereits wenige Wochen später konnten wir nicht mehr so arbeiten, wie wir es seit Jahrzehnten gewohnt waren. Diejenigen, die sich schnell angepasst haben, konnten ihr Geschäft aufrecht erhalten. Diejenigen, die sich nicht angepasst haben, gingen oder gehen unter. Und diejenigen, die sich angepasst haben und neue Geschäftsmodelle entwickelt haben, also ihr System erweitert oder sogar grundlegend verändert haben, gehen gestärkt aus der Krise hervor. Untersuchen Sie, ob sich neue Geschäftsmodelle und Optionen ergeben. Mit Methoden wie Backcasting oder, etwas simpler, dem Business Model Canvas auf einem DIN A4-Zettel veranschaulichen Sie Ihre Gedanken und planen die nächsten Schritte.

Dabei spielt Angst vor dem Scheitern natürlich immer eine große Rolle. Diese Angst versetzt manche Menschen in eine Art Schockstarre. Führen Sie sich vor Augen, dass Scheitern auch immer Teil eines Lernprozesses ist und unabdingbar zum Erfolg gehört.  Keiner der erfolgreichen Unternehmenschefs, von Steve Jobs über Richard Branson bis zu Donald Trump, ist seinen Weg gegangen, ohne nicht mindestens einmal richtig gestolpert zu sein. Eines haben erfolgreiche Menschen jedoch gemeinsam, sie sind immer wieder aufgestanden und haben aus ihren Fehlern gelernt und sich angepasst.

„Failure is success if we learn from it.“ Malcolm Forbes

3.Kreativ sein und Chancen beim Schopf packen

Onlinebestellungen für Lebensmittel sind in der Coronakrise um 56% gestiegen, Medikamente sogar um 88%. Das macht deutlich,  dass jedes Unternehmen immer wieder seine Verkaufskanäle hinterfragen und neue Optionen nutzen muss.

Nicht nur die Vertriebskanäle, sondern auch die Zielgruppen sollten immer wieder neu betrachtet werden, wenn Sie dauerhaft geschäftlich erfolgreich sein wollen. Viele Menschen haben während des Lockdowns erstmalig etwas im Internet bestellt.  Selbstverständlich muss nun auch Ihr Kundenservice in der Lage sein, neue Bestellungen zu verarbeiten und mit den Fragen der neuen Zielgruppen umgehen  zu können.

Zoom und andere Videoplattformen haben einen immensen Hype erlebt. Plötzlich gab es nicht nur mehr Nutzer, sondern auch ganz neue: vom Yogalehrer über den Coach bis hin zu gesamten Firmen, die im Home Office arbeiteten. Mit der Coronakrise erweiterte sich das Online-Angebot in alle Lebens- und Arbeitsbereichen, die Nutzung von Webinar- und Videoplattformen wurden Teil des “neuen Normal”.

Nutzen Sie weiter die digitalen Medien, neue Vertriebskanäle und bauen Sie die Zielgruppen stetig aus. Reflektieren Sie nun, was gut funktioniert hat, welche Kanäle ausgebaut werden sollen und welche Zielgruppe welches Potenzial hat.  Denn online erreichen Sie Ihre Zielgruppe auf dem ganzen Globus. Sie können so beispielsweise als Consultant Ihre Expertise teilen und eine weltweite Community aufbauen. Denn online erreichen Sie viel mehr Menschen als im direkten Kontakt.

4. Hinterfragen Sie das gute alte Büro und Geschäftsreisen 

Eines hat diese Krise deutlich bewiesen: geschäftliches Handeln und Umweltschutz können Hand in Hand gehen.  Das ist einer der positiven Nebeneffekte, die diese Krise nicht zu einer Katastrophe machte: Die Anzahl von Geschäftsreisen und der Pendlerverkehr gingen stark zurück, was zu einer Reduktion des CO2-Ausstoßes führte. Überlegen Sie zukünftig immer wieder, ob eine Geschäftsreise wirklich notwendig ist. Dasselbe gilt für Ihr Büro: Wann macht es Sinn, dass Ihre Mitarbeiter ins Büro kommen? Wenn große Konzerne wie die Allianz ihre Bürofläche um ein Drittel und die Reisekosten um 50% reduzieren, wenn Siemens die Mitarbeiter an 2 bis 3 Tagen pro Woche remote oder im Home Office arbeiten lassen will – welche Argumente haben Sie, die das in Ihrem Unternehmen unmöglich machen? Und nehmen Sie auch die Mitarbeiter mit auf diese spannende Reise. In der gerade erschienenen unymira Studie „Customer Service in der Coronakrise“ bestand für fast die Hälfte aller Mitarbeitern die größte Herausforderung im Austausch und in der Abstimmung untereinander. Hierbei helfen digitale Tools für die Kommunikation, z. B. Cloud-TK-Anlagen und Cloud-ACD, für die Kollaboration wie Microsoft Teams und Zoom, und für digitales Coaching und Analyse von Kundenverhalten.

Bleiben Sie also flexibel, nehmen Sie neue Rahmenbedingungen als Ausgangspunkt für die Planung und Gestaltung Ihrer Zukunft, und überdenken Sie grundlegend Ihre Gewohnheiten, dann gehen Sie nicht nur aus dieser Krise gestärkt hervor. Dabei wünsche ich Ihnen alles Gute und viel Erfolg!

Ralf Mühlenhöver – voiXen

Erfahren Sie mehr zu Thema am Dienstag den 8. September 15:00 – 15:30 Uhr im Webinar:

„Krise ist keine Katastrophe: 3 Tipps, die Ihnen im Kundenservice helfen“

 

 

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Ralf Mühlenhöver

Ralf Mühlenhöver

... ist technologieverliebter Betriebswirt mit einer Leidenschaft für Software und Kundenservice. Er hilft, Unternehmen zu etablieren und wachsen zu lassen. Seine Begeisterung für Innovation und Technik treibt ihn an. Er bewies sein Fähigkeiten in den letzten 20 Jahren im Telekommunikationsbereich mit der Gründung, dem Aufbau und der Etablierung eines Beratungs- und eines Softwareunternehmens, der Voxtron GmbH. Nach dem Verkauf an die Enghouse-Gruppe übernahm er als Vorstand die Verantwortung für die DACH- und CEE-Region. Seit Januar 2018 ist er als geschäftsführender Gesellschafter bei voiXen und bietet Text- und Sprachanalyse aus der deutschen Cloud an. Das kleine, agile Cloud-Unternehmen verspricht seinen Kunden einen glasklaren Blick auf Daten im Kundenservice und Vertrieb.
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